24. Nov
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Lieber Beige

Wie soll das Bad aussehen, wenn es fertig ist? Sich das im Geiste vorzustellen, ist das eine. Es schon einmal in echt zu sehen, was völlig anderes. Das Bad Atelier macht’s möglich. Ein Besuch.

Gerade steht man noch auf der Straße, über einem dreht sich der Baukran, Arbeiter wuseln durch die Rohbauten. Doch wenn man jetzt Jens Rodenbusch hinterher geht, wie er einen Bauzaun zur Seite schiebt, wie er die Tür zu einem Container aufschließt und ihm durch diese Tür folgt, glaubt man, mit nur einem Schritt in einer anderen Welt zu stehen. Kein Rohbau mehr, sondern ein fertiges Badezimmer auf 30 Quadratmetern: Dusche, Badewanne, Waschbecken, Toilette und jede Menge Fliesen mit unterschiedlicher Textur und in verschiedenen Farben.

Ein fertiges Badezimmer auf 30 Quadratmetern: Willkommen im Bad Atelier

Willkommen im Bad Atelier. Der Container steht etwas abseits der Baustelle. Er ist extra so eingerichtet worden, dass man sich eine gute Vorstellung davon machen kann, wie das eigene zukünftige Bad aussehen könnte. „Vor allem geht es um die Fliesen. Welche Sorte soll es sein und welche Farbe sollen diese haben? Das kann man hier viel besser sehen, als vielleicht nur mit einem kleinen Muster in der Hand oder gar am Bildschirm“, erklärt Jens Rodenbusch, dessen Aufgabe es ist, die Menschen beim Kauf einer der Charlottenbogen-Wohnungen zu beraten.

Die Wände des Bad Ateliers sind mit vielen unterschiedlichen Fliesensorten bedeckt, die von den Herstellern Porcelaingres und Graniti Fiandre stammen. Beide kommen aus Italien, produzieren aber in Deutschland – der eine in Vetschau, der andere in Cottbus – weswegen die Lieferwege kurz bleiben. „Das sind Feinsteinzeug-Fliesen. Die sind gebrannt, haben eine bessere Qualität, halten viel aus, lassen sich leicht säubern und haben diesen speziellen Look“, sagt Rodenbusch. Tatsächlich sind diese Feinsteinzeug-Fliesen nicht einfach glatt, sondern weisen eine Struktur und Textur auf. Nicht aufdringlich, eher subtil und edel gestalten sie dadurch den Raum mit.

Doch wie soll man sich bloß zwischen OF Cool Semi-Matt, Urban Ivory Rioa oder Color Moods Sandtone Pearl und Neo White Semi-Matt entscheiden? „Das sind die eigenen Vorlieben, die hier entscheidend sind. Welche Farbe spricht einen am meisten an? Das finden wir gemeinsam heraus. Hier ist noch niemand rausgegangen, ohne seine richtigen Fliesen zu finden.“

Generell sei es so, dass die meisten einen eher dunklen Boden auswählen und dazu hellere Fliesen für die Wände. Die Fliesen sind jeweils 30 x 60 Zentimeter groß, werden im Kreuzverband verlegt, also so, dass sich alle Fugen durchkreuzen. Neben den Fliesen kann man auch die Badewanne und die Dusche in echt bestaunen. Bei der Badewanne läuft das Wasser über den Überlauf ein. Einen Wasserhahn, an dem man sich stoßen könnte, gibt es gar nicht. Die Dusche ist bodengleich, hat also keine Stufen oder Absätze, und ist damit auch fürs Alter geeignet. „Raindance“ heißt die Dusche. Sie kommt aus dem Haus Hans Grohe und hat eine extra große Strahlscheibe eingebaut. Das Abwasser fließt durch einen Wandablauf, also einen Schlitz in der Wand, wieder ab.

„Ein besonderes Highlight sieht man gar nicht. Das Wasser wird vorher in unserer hauseigenen Entkalkungsanlage entkalkt. So schmeckt selbst der Kaffee, trotz des besonders harten Berliner Wassers“, sagt Jens Rodenbusch. Er freut sich immer, wenn er die Kundschaft hier auf der Baustelle im Bad Atelier empfangen kann. Dann gehen sie schon einmal in den Rohbau, genau an die Stelle, an der die Wohnung einmal sein wird. Dann suchen sie die passenden Fliesen aus. „Das macht richtig Spaß“, sagt er.

Jens Rodenbusch vor der Werkstatt
Jens Rodenbusch
Ein Blick zum Waschbecken …

Mein Name ist Karl, ich bin Journalist in Berlin und schreibe hier Reportagen über deinen neuen Kiez.